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Krafttraining verbessert deine Laufökonomie

Was Laufökonomie bedeutet, warum sie für Ausdauersportler wichtig ist und was eine Meta-Analyse zu Krafttraining bei gut trainierten Läufern zeigt.

Pascal Mo.

Veröffentlicht am 07.03.2026

Krafttraining verbessert deine Laufökonomie

In diesem Artikel

Viele Läufer trainieren vor allem Umfang, Tempo und Schwelle.
Krafttraining wirkt daneben oft wie ein Zusatzthema.

Die Frage ist deshalb berechtigt:
Bringt Krafttraining wirklich etwas für die Laufleistung?

Eine systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse von Balsalobre-Fernández et al. (2016) zeigt: Bei gut trainierten Läufern verbesserte Krafttraining die Laufökonomie.

Was Laufökonomie eigentlich bedeutet

Laufökonomie beschreibt, wie viel Energie (bzw. Sauerstoff) du bei einer bestimmten Laufgeschwindigkeit brauchst.

Einfach gesagt:

  • bessere Laufökonomie = geringerer Energieverbrauch bei gleichem Tempo
  • schlechtere Laufökonomie = höherer Energieverbrauch bei gleichem Tempo

Für Ausdauersportler ist das entscheidend, weil Leistung nicht nur von VO2max oder Schwelle abhängt, sondern auch davon, wie effizient du dich bewegst.

Warum das praktisch relevant ist

Wenn du bei gleichem Tempo weniger Energie verbrauchst, kann das im Wettkampf bedeuten:

  • späteres Ermüden
  • stabileres Tempo über längere Distanzen
  • mehr Reserven für entscheidende Rennphasen

Deshalb ist Laufökonomie für Läufer sehr praxisnah: Sie beeinflusst, wie "teuer" ein bestimmtes Tempo für deinen Körper ist.

Was in den Studien untersucht wurde

Die Meta-Analyse fasste kontrollierte Studien mit gut trainierten Läufern zusammen und prüfte unter anderem den Effekt von Krafttraining auf die Laufökonomie.

Wichtig für die Praxis: Krafttraining wurde in den Studien nicht als isolierte "Bodybuilding-Strategie" betrachtet, sondern als ergänzender Trainingsreiz innerhalb des laufenden Lauftrainings.

Dabei kamen vor allem kraft- und neuromuskulär orientierte Ansätze vor, z. B.:

  • hochintensives Krafttraining
  • explosive Kraftreize
  • plyometrische Inhalte

Das zeigt: Es ging nicht um möglichst viel zusätzliches Volumen, sondern um gezielte Reize mit Übertrag auf die Laufbewegung.

Was die Ergebnisse wirklich sagen

Die zusammengefassten Daten zeigten einen signifikanten positiven Effekt auf die Laufökonomie.

Der zentrale Befund lautet:

Krafttraining verbesserte die Laufökonomie bei hoch trainierten Läufern.

Damit ist die Aussage praxisrelevant, aber nicht zu überdehnen:

  • Die Ergebnisse gelten für die untersuchten Populationen und Protokolle.
  • Sie bedeuten nicht automatisch, dass jedes Kraftprogramm gleich gut funktioniert.

Was das für deinen Trainingsalltag bedeutet

Für Ausdauersportler ist die wichtigste Konsequenz:

  • Krafttraining kann ein Leistungswerkzeug sein, nicht nur Verletzungsprophylaxe.
  • Entscheidend ist die Integration in dein Gesamtsystem, nicht ein zufälliges Zusatzprogramm.
  • Reizqualität (z. B. neuromuskuläre Qualität) ist wichtiger als "mehr ist besser".

Praktisch heißt das: Wenn Krafttraining sauber in dein Lauftraining eingebettet ist, kann es die Effizienz deiner Laufbewegung verbessern.

Grenzen der Aussagekraft

Die Evidenz ist relevant, aber nicht grenzenlos:

  • Einzelstudien unterscheiden sich in Trainingsaufbau und Dauer.
  • Nicht jede Trainingsform ist direkt miteinander vergleichbar.
  • Gruppenresultate sind keine Garantie für identische Einzeleffekte.

Darum sollte man den Befund als starke Orientierung verstehen, nicht als starres Rezept.

Fazit

Laufökonomie ist ein zentraler Leistungsfaktor für Ausdauersportler, weil sie bestimmt, wie effizient du bei einem Tempo arbeitest.

Die vorliegende Meta-Analyse spricht dafür, dass Krafttraining bei hoch trainierten Läufern die Laufökonomie verbessern kann.

Für die Praxis heißt das:
Krafttraining ist kein Fremdkörper im Lauftraining, sondern kann - richtig integriert - ein sinnvoller Hebel für mehr Effizienz sein.

Quellen (APA)

Balsalobre-Fernández, C., Santos-Concejero, J., & Grivas, G. V. (2016). Effects of strength training on running economy in highly trained runners: A systematic review with meta-analysis of controlled trials. Journal of Strength and Conditioning Research, 30(8), 2361-2368. https://doi.org/10.1519/JSC.0000000000001316